Integriertes Handlungskonzept Linnich

Linnichs Weg in die Zukunft

Integriertes Handlungskonzept (IHK) steht in den Startlöchern

Bereits im Jahr 2014 entstand durch den Stadtmarketing-Verein „Wir in Linnich“ die Idee, die Linnicher Innenstadt umzugestalten. Unter Mitwirkung der politischen Gremien sowie in Bürgerworkshops wurde ein Konzept erarbeitet, welches mit Hilfe von Fachbüros dann in das „Integrierte Handlungskonzept Linnich – ALLE für ein ZIEL“ (IHK) mündete.
Modell Umgestaltung Place de Lesquin
Aber was ist ein eigentlich ein IHK? Ein Handlungskonzept ist dringend erforderlich, um Fördermittel beantragen zu können und um eine konkrete Bauleitplanung zu begleiten und zu ergänzen. In einem IHK wird das Augenmerk auf die ganzheitliche Betrachtung des Sanierungsbereiches gelegt, so dass dementsprechend die städtebaulichen, funktionalen oder sozial-räumlichen Defizite und Anpassungserfordernisse für diesen Bereich aufgezeigt und bearbeitet werden können.

Nach fast zweijähriger Planung wurde das ausgearbeitete IHK Linnich am 15.12.2015 bei der Bezirksregierung Köln eingereicht, um einen Antrag auf Gewährung von Zuwendungen im Rahmen des Städtebauförderprogramms zu stellen.
Bereits im April 2016 erhielt die Stadt Linnich einen Zuwendungsbescheid aus dem Sonderprogramm „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“. Diese Zuwendung wird für den Neubau einer integrativen Kultur- und Begegnungsstätte mit Gesamtkosten in Höhe von 1,8 Mio. Euro wovon 70 % (ca 1.3 Mio. Euro) als Förderung anerkannt sind, verwendet und fügt sich hervorragend in die bestehenden Planungen zum Integrierten Handlungskonzept ein. Eine lebendige „Neue Mitte“ dies und jenseits der Rurstraße ist Kernstück einer zukunftsfähigen Innenstadt Linnichs. Durch diese beiden großen Zuschussprojekte ist in Linnich einiges in Bewegung. Viele innerstädtische Bereiche werden im Jahr 2017 saniert und umgestaltet. Für den Place de Lesquin wird ein Bebauungsplan erstellt, um die angedachten Projekte zu ermöglichen. Dort sind zurzeit neben der integrativen Kultur- und Begegnungsstätte ebenfalls ein integratives Hotel mit angrenzender Gastronomie sowie Wohn- und Geschäftsgebäude in Planung. Viele Investoren interessieren sich durch das Integrierte Handlungskonzept und den Neubau der integrativen Kultur- und Begegnungsstätte für den Standort Linnich. Auch im gegenüberliegenden Bereich zum Place de Lesquin, der „Neuen Mitte Süd“, gibt es bereits Überlegungen für eine mögliche neue Nutzung.
Regierungspräsidentin Gisela Walsken zu Besuch in Linnich
Am 21.09.2016 erhielt Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker dann in einer kleinen Feierstunde im Rathaus Linnich durch die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken den Zuwendungsbescheid des Integrierten Handlungskonzeptes für das Projektjahr 2016 und das Gesamttestat, die Anerkennung des Gesamtprojektes.

Damit wurde der Startschuss gegeben, die Maßnahmen mit Gesamtkosten von ca. 16,3 Mio. Euro in den Jahren 2016 bis 2023 umzusetzen. Von diesen 16,3 Mio. Euro sind ca. 13 Mio. Euro als förderungsfähige Ausgaben anerkannt. Damit liegt die Förderung für alle förderungsfähigen Maßnahmen im IHK bei 60 %. Für das Projektjahr 2016 wurde der Stadt Linnich ein Zuwendungsbescheid in Höhe von 1,3 Mio. Euro ausgehändigt, so dass die ersten Maßnahmen in Angriff genommen werden können. Die Hauptprojekte in 2016 und 2017 sind das Leerstandsmanagement, die Aufwertung der Rurbrücke, die Umgestaltung der Rurstraße, Bendenweg zwischen Mäusgasse und Rurstraße, punktuelle Maßnahmen in der Mäusgasse zwischen Brachelener Straße und Bendenweg sowie der Place de Lesquin.


IHK - was ist das?

Leerstand der Geschäftslagen, Verkehrschaos und allgemein mangelnde Aufenthaltsqualität im innerstädtischen Bereich sind Herausforderungen, denen die Stadt Linnich sich stellen will. Für die nächsten Jahre soll eine integrierte Planung zur Stärkung der Aufenthaltsqualität und des Einzelhandels erarbeitet werden. Zur Finanzierung dieser Stadtumbaumaßnahmen ist beabsichtigt, Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen zu beantragen.

Grundlage einer solchen Förderung ist ein „Integriertes Handlungskonzept (IHK)“. Die Entwicklung der Stadt Linnich wird hierin gesamtheitlich und in verschiedene Themenfelder untergliedert geplant.

Konkrete Themen in Linnich könnten sein:


• Eine Umgestaltung der Rurstraße
• Stärkung des Einzelhandels
• Verkehrsentlastung der Innenstadt
• Entwicklung des Place de Lesquin
• Schaffung von Nah- und Freizeiterholungsbereichen
• Ausbau im Hinblick auf die Barrierefreiheit usw.


Die integrierte Betrachtungsweise soll sich auch in der Bearbeitung wiederfinden. Aus diesem Grund wurde ein Arbeitskreis gegründet, der zunächst mit Mitgliedern aus der Politik und der Verwaltung der Stadt Linnich, dem Stadtmarketingverein „WIR in Linnich“ und einem von Seiten der Stadt beauftragten Planungsbüro besetzt ist. Zwischenzeitlich wurde dieser Arbeitskreis erweitert um Mitglieder aus der Werbegemeinschaft Linnich, aus dem Generationenbeirat und aus der Jugendarbeit.

Anfang Februar 2015 tagte der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Im Mittelpunkt der Beratungen stand das Integrierte Handlungskonzept für den innerstädtischen Bereich und die dazugehörige Verkehrsuntersuchung der Innenstadt.

Der Planer hatte eine ganze Reihe verkehrlicher Ziele und städtebaulicher Ziele aufgelistet, die die Zustimmung der Ausschussmitglieder fanden.

Verkehrliche Ziele:

- Reduzierung der Verkehrsbelastung in der Rurstraße (bis zu 11.000 Fahrzeuge pro Tag)
- Verlagerung des Transitverkehrs auf die B 57
- Stadtverträgliche Verteilung von Ziel-/Quellverkehren auf das Innenstadtnetz
- Reduzierung des Schwerlastverkehrs in der Kernstadt
- Verbesserung der Verkehrssicherheit/Querbarkeit der Rurstraße
- Entspannung der Verkehrsabläufe durch Reduzierung der Geschwindigkeit
- Stärkung des Umweltverbundes (u.a. fußgänger- und radfahrerfreundliche Strukturen)

Städtebauliche Ziele:
- Von monotoner Verkehrsachse zur lebendigen Innenstadtstraße
- Steigerung der Aufenthaltsqualität
- Schaffung von Freiräumen für Sondernutzungen
- Revitalisierung vorhandener Bausubstanz und Schließung von Baulücken
- Vernetzung mit dem Umfeld (Entwicklungen in die Tiefe, unterstützende Nutzungen)
- Kurze attraktive Wege aus/in die Wohngebiete
- Herausarbeitung/Inszenierung stadthistorischer Besonderheiten

Es bedeutet einen ambitionierten Weg, wenn alle diese Ziele bis zum 30. September planerisch in allen Konsequenzen abgearbeitet sein sollen, um damit den Förderantrag stellen zu können. Dazu bedarf es zielführender Beratungen und schneller (einstimmiger) Beschlussfassungen. Dazu darf es nicht jetzt schon die Aufstellung von „Tabuzonen“ geben, die aus dem Entwicklungsprozess herausgehalten werden sollen. Dazu bedarf es intensiver Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.

Der Rat der Stadt Linnich hat die für die Planung benötigten Finanzmittel im Haushalt für das Jahr 2015 bereitgestellt. Über alle Fraktionsgrenzen hinweg besteht Einigkeit, dass diese Mammutaufgabe für unsere Stadt sich lohnt. Diese Einigkeit ist auch eine Grundvoraussetzung, dass der Förderantrag positiv beschieden wird.